
Über 70 Workshops. Fast 2.000 Teilnehmende. Und trotzdem war das nicht der schwierigste Teil.
Das Schwierige war nicht „KI erklären“.
Das Schwierige war: Ängste zu nehmen und Lust auf KI zu machen, so dass Menschen sie im Alltag wirklich nutzen – sicher, pragmatisch und ohne Hype.
Denn zwischen „Wir haben Copilot – glaube ich.“ und „Wir arbeiten damit. Wirksam. Jeden Tag.“ liegen ein paar sehr menschliche Hürden.
In diesem Blogbeitrag – und unserer Online-Session – teilen wir 5 Learnings aus einem KI-Großprojekt in einem Handelskonzern.
TL;DR
72 Workshops später – die Kurzfassung in 25 Sekunden.
- Wir haben ein KI-Großprojekt bei einem Handelskonzern abgeschlossen: fast 2.000 Teilnehmende in über 70 Workshops (KI-Basics, KI-Prompting, KI@Leadership).
- Learning #1: Start before you are ready – nicht auf die Strategie-Folien warten sondern bestehende Tools nutzbar machen. Und dann skalieren.
- Learning #2: Angst nehmen. Lust machen. Anwendungssicherheit schaffen. („Good enough for now, safe enough to try.“)
- Learning #3: Kurze Inputs – gefolgt von intensiven Übungsphasen. Und dies mit eigenen Beispielen.
- Learning #4: Kontext schlägt Content. Vertraute Inhalte, Aufgaben und Use Cases sind ein starker Multiplikator.
- Learning #5: Leitplanken schaffen Orientierung und Sicherheit – wenn sie richtig gesetzt sind.
- Die Erfahrungen aus diesem und weiteren Projekten bündeln wir in der KI-Fahrschule: www.ki-fahrschule.com.
KI im Unternehmen skalieren: 5 Learnings aus 72 Workshops
KI wird in vielen Organisationen gleichzeitig als Produktivitätshebel, Kulturthema und Führungsaufgabe diskutiert. Und genau deshalb scheitern KI-Initiativen selten an der Technik – sondern an Transfer, Klarheit und Umsetzungsdesign.
Wir im HRperformance Institut haben ein KI-Großprojekt bei einem Handelskonzern abgeschlossen: fast 2.000 Teilnehmende in 72 Workshops – mit den Schwerpunkten KI-Basics, KI-Prompting und KI@Leadership (als gesonderter Basis-Impuls für Führungskräfte).
In diesem Blogbeitrag teilen wir 5 Learnings, die für HR und Geschäftsführung besonders relevant sind – inklusive konkreter Ableitungen für deinen Start.
Warum wir drei Formate genutzt haben (Basics, Prompting, Leadership)
Drei Formate waren aus unserer Sicht hilfreich, weil sie drei unterschiedliche „Jobs“ erfüllen:
- KI-Basics: Orientierung schaffen (Möglichkeiten, Grenzen, erstes gemeinsames Verständnis)
- KI-Prompting: Handwerk + Praxis (damit Nutzung nicht bei „spannend“ stehen bleibt)
- KI@Leadership: Speziell für Führungskräfte (damit Führung auch im Thema KI Orientierung gibt statt zu bremsen – und KI auch in der alltäglichen Führungsarbeit zum Einsatz kommt).
5 Learnings aus 72 Workshops (und wie du sie nutzen kannst)
Learning 1: „Start before you are ready“ – warte nicht auf die perfekte Strategie
Eines der stärksten Muster im Projekt: Nicht warten, bis alles strategisch fertig formuliert ist, sondern mit klaren Quick-Wins starten – und dann iterativ verbessern.
Wichtig: „Start before you are ready“ heißt nicht kopflos losrennen.
Es heißt:
- klein starten (klarer Scope, klare Zielgruppe),
- erste Nutzenmomente sichtbar machen,
- Feedback einsammeln (was funktioniert wirklich? wo hakt’s?),
- dann skalieren (mit besserem Design und besserer Akzeptanz).
Mini-Startpunkt für HR & GF
Wähle 1–2 typische Wissensarbeits-Aufgaben (z. B. E-Mails strukturieren, Gesprächsvorbereitung, Dokumentation, Meeting-Agenden) und baue daraus einen ersten Quick-Win-Use-Case, der in 2–4 Wochen Wirkung zeigt.
Learning 2: Angst nehmen. Lust machen. Anwendungssicherheit schaffen.
Ein Satz, der im Projekt immer wieder als Leitmotiv funktioniert hat: „Good enough for now, safe enough to try.“
Denn viele Mitarbeitende steigen nicht ein, weil sie unsicher sind:
- „Darf ich das?“
- „Mache ich etwas falsch?“
- „Wie zuverlässig ist das Ergebnis?“
- „Was ist mit sensiblen Daten?“
Praxisnah heißt dann: Nicht nur Tools erklären – sondern Sicherheit im Anwenden erzeugen.
Was in der Praxis dabei hilft (ohne zu überfrachten):
- ein klarer Erlaubnisrahmen zum Ausprobieren,
- einfache Qualitätsroutinen (z. B. „Output kurz prüfen, Quellen/Logik checken, Tonalität anpassen“),
- Beispiele, die entlasten statt einschüchtern.
Das ist #HerzundHirn in Reinform: Performance entsteht dort, wo Menschen sich sicher genug fühlen, um zu handeln.
Learning 3: Kurzer Input, lange Übungsphasen (weil Können nur so entsteht)
In KI-Trainings sieht man häufig: viel Input, wenig Übung. In der Praxis war es wirksamer, es umzudrehen: kurzer, motivierender Input – und dann viel Zeit zum Üben. Und zwar an eigenen Beispielen.
Warum? Weil Prompting und KI-Nutzung weniger „Wissen“ ist, sondern eher eine neue Arbeitsroutine:
- Denken strukturieren,
- Anforderungen präzisieren,
- Ergebnisse prüfen,
- iterativ nachschärfen.
Ableitung für dein Enablement-Design:
Plane Formate so, dass Teilnehmende im Workshop an echten Aufgaben arbeiten. Wenn das Üben auf „irgendwann später“ verschoben wird, kommt es oft nicht mehr zur stabilen Routine.
Learning 4: Adaption ans Unternehmen ist kein Nice-to-have – sie ist der Multiplikator.
Ein generischer KI-Workshop kann inspirieren.
Aber wenn du schnellen und wirksame Anwendung und Transfer willst, brauchst du konsequente Adaption:
- Inhalte auf eure Rollen, Prozesse und Sprache,
- Aufgaben auf euren Alltag,
- Use Cases für eure Wertschöpfung.
Kurz: Kontext schlägt Content.
Ein einfacher Hebel (der fast immer wirkt):
Vorab 1–2 reale Aufgaben je Teilnehmendem einsammeln („Ich schreibe häufig… / Ich muss oft… / Ich bereite regelmäßig … vor“) und diese in Übungsphasen bearbeiten lassen. Dann entsteht Transfer nicht als Hoffnung, sondern als Ergebnis. Und vor allem – lass Teilnehmende von eigenen Experimenten – selbst wenn sie ursprünglich in Grauzonen stattfanden – berichten ;)
Learning 5: Leitplanken + Multiplikatoren früh mitdenken (damit Skalierung sauber wird)
Skalierung passiert selten nur durch „mehr Termine“.
Sie passiert durch zwei Dinge:
- Leitplanken, die handlungsfähig machen (statt zu blockieren)
- MultiplikatorInnen / Champions, die Nutzung im Alltag stabilisieren
Wenn eines von beiden fehlt, entstehen typische Muster:
- „Wilder Westen“ (viel Aktivität, wenig Standard)
- „Pilot-Inseln“ (gute Erfahrungen bleiben lokal)
- oder „Blockade“ (Unsicherheit bremst alles)
Gerade deshalb lohnt es sich, Leitplanken nicht als „späteres Governance-Thema“ zu behandeln, sondern als Enablement-Voraussetzung.
Was wir daraus gemacht haben: die KI-Fahrschule
Aus den Learnings (und weiteren Projekten) haben wir die KI-Fahrschule / www.ki-fahrschule.com gebündelt: ein Programm, das KI strukturiert, sicher und messbar in den Arbeitsalltag bringt – für Geschäftsführung, HR, Personalentwicklung sowie People & Culture.
Auf der Seite findest du u. a.:
- den Gedanken „Führerschein für den produktiven KI-Einsatz“
- einen KI-Reifegrad zur Standortbestimmung
- sowie die 4 Module (Mindset & Motivation, Prompting, Deep Dive & Use-Case-Sprints, Alumni & KI-Community)
#HerzundHirn-Impuls am Mi, 25.02.26 / 13:00 Uhr
Am Mittwoch, den 26.02.26 geben wir in einem virtuellen #HerzundHirn-Impuls weitere Einblicke in das Projekt: Learnings, Stolpersteine – und stellen die KI-Fahrschule und KI-Framework näher vor.
Jetzt direkt hier anmelden oder einfach uns eine eMail an kontakt@hr-performance-institut.de mit dem Stichwort „Infos“ senden um Ende Februar die Slides und weitere Infos zur Session zu erhalten.


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