Wie Motivation entsteht und warum sie weit mehr als ein „Wohlfühlfaktor“ ist

Wie Motivation entsteht und warum sie weit mehr als ein „Wohlfühlfaktor“ ist

Wir alle wollen sie. Wir brauchen sie. Wir suchen und manchmal erleben wir sie. Im Job. Im Privatleben. Tagein. Tagaus.
Sie. Wir. Ich. Alle.
Die Rede ist von Motivation. Sie ist und bleibt ein Dauerthema. Mitarbeitergespräche, Showbühnen, Bücher, Seminare, Coachingsessions, Reden zu Weihnachtsfeiern… Motivation begegnet uns überall. Und das auch völlig zu Recht!

Denn wie wir mittlerweile wissen, ist Motivation nicht nur ein Freude-bringender Aspekt, sondern steht im direkten Zusammenhang mit der uns in einem Moment zur Verfügung stehender Handlungsenergie.

Und die ist entweder groß (wenn wir stark motiviert sind) oder eben kleiner (wenn weniger Motivation vorhanden ist).

Klar ist: Wir alle, egal ob Führungskraft oder Auszubildende, lieben es motiviert zu sein! Denn dann, wenn wir uns stark motiviert fühlen, haben wir nicht nur besonders viel Spaß bei dem, was wir tun, sondern unser Handeln fällt uns buchstäblich leicht. Daher kommt auch der große Dauerschrei nach Motivation. Sie macht uns die Aufgaben leichter. Den Job. Die Freizeitgestaltung. Ja, das Leben.

Genau diese große Präsenz des Themas führt dazu, dass allerlei Gerüchte, Geheimnisse, Tipps und Tricks kursieren, die Menschen dazu helfen sollen, mehr von ihr zu haben. Von der geliebten Motivation!

Seit wir uns – schon lange bevor wir das HRperformance Institut gegründet haben – mit der modernen Motivationspsychologie beschäftigt haben, sind wir über so viele Modelle und Erklärungsansätze gestolpert, die teilweise eher philosophischer oder spiritueller als wissenschaftlicher Natur sind, dass wir die Irritation zum Thema Motivation gut verstehen können. Bitte verstehen Sie uns hier nicht falsch: Wir haben überhaupt nichts gegen die Philosophie oder Spiritualität (ganz im Gegenteil)! Nichtsdestotrotz, wir sind fündig geworden und ein Modell gefunden, mit dem wir gerne und erfolgreich arbeiten.

Motivation bedeutet „Wohlfühlfaktor“ und noch viel mehr!

Eigentlich ist es ganz einfach: Motivation bedeutet nichts anderes als eine im Moment ausgelöste Emotion. Und die ist entweder stark positiv (wir sprechen hier von einem guten Gefühl) oder weniger stark (weniger gutes Gefühl). Damit erklärt sich auch, warum wir alle gerne motiviert sind. Weil es sich emotional gut anfühlt! Und das wollen wir schließlich alle: Uns gut fühlen! Im Job, mit Kunden, in unserer Partnerschaft, mit Kollegen und Freunden. In der Freizeit und mit der Familie. Gerne oft und überall. Doch wie funktioniert das nun? Wie schaffen wir es, uns möglichst oft so richtig motiviert und wohl zu fühlen?

So funktioniert Motivation

Das Geheimnis daran ist, dass jeder Mensch ganz unterschiedliche Voraussetzungen für den Wohlfühlfaktor Motivation in sich trägt. Und unterschiedliche Voraussetzungen führen zu unterschiedlichen Auslösern. Das vergleichen wir gerne mit einem individuellen Schließzylinder. Und in diesen Motivations-Schließzylinder passt nur ein ganz bestimmter Schlüssel. Das ist Ihr persönlicher Schlüssel zu mehr Motivation!
Um uns diesem Schlüssel zu nähern, beginnen wir nochmal den Schließzylinder besser zu verstehen. Dieser steht für die menschlichen Motive.

Ein Motiv ist definiert als ein „unspezifisches Streben“ nach etwas.

Gerne wird ein Motiv auch als ein Beweggrund beschrieben. Ein Beweggrund für emotional attraktives Verhalten.

Den Ursprung unserer Motive stellen wir Ihnen mit den drei Grundmotiven Macht, Anschluss und Leistung, den sogenannten „Big Three“ nach David McClelland († 1998) vor. Heute ist jedoch eine filigranere Betrachtung der Motive möglich und erkennbar ist, dass mehr als 20 Motive in uns messbar sind. Wir arbeiten im HRperformance Institut mit dem Modell der in Deutschland und unter wissenschaftlicher Begleitung entwickelten MotivationsPotenzialAnalyse MPA. Das spannende an Motiven ist zum einen, dass sie ein sehr stabiler Teil unserer Persönlichkeit sind, und zum anderen, dass jeder alle Motive in sich trägt, aber unterschiedlich stark ausgeprägt.

Motivation ist Handlungsenergie

Nun wird deutlich, dass es beim Thema Motivation um weit mehr geht, als den „Wohlfühlfaktor“.
Wird ein starkes Motiv in uns ausgelöst, versorgt es uns nicht nur mit besonders viel Freude, sondern gleichzeitig mit besonders viel Handlungsenergie! Und nun sind wir, in Ressourcen gesprochen, beim Aspekt der mir zur Verfügung stehenden Kraft im Moment der Auslösung. Wird wiederum ein schwaches Motiv ausgelöst, werden wir mit entsprechend weniger Freude und Handlungsenergie ausgestattet. Wir sprechen hierbei von unterschiedlichen Motivationspotenzialen. Ist das Motiv stark ausgeprägt, so handelt es sich um ein starkes Motivationspotenzial, ist es schwächer ausgeprägt, so stellt uns dieses Motiv weniger Motivationspotenzial zur Verfügung. Und hier genau kommen wir nun zum Schlüssel. Der Schlüssel ist der Anreiz bzw. Auslöser, der Handlungsenergie in diesem Motiv freisetzt. Dann entsteht Motivation! Motivation ist nichts anderes, als eine im Moment ausgelöste Handlungsenergie. Und die kann groß sein (dann fühlen wir uns sehr motiviert) oder eben kleiner (weniger bis kaum motiviert).

So sieht’s in der Praxis aus

Ein solcher Auslöser kann eine Situation oder eine Rahmenbedingung sein. Irgendetwas, was die Motivenergie freisetzt. Und dieser Auslöser muss natürlich zu dem Motiv passen. Wie beim Schließ-Zylinder und dem passenden Schloss.

So kann z.B. für ein starkes Motivationspotenzial „Kontakt“ (Definition: „Streben nach emotionaler Nähe zu Anderen“) die Frage „Na, wie war dein Wochenende?“ ein Auslöser sein, der dazu einlädt, (Motivation entsteht) vom Familienausflug und dem Konflikt mit der jugendlichen Tochter zu berichten. Ein kleines Motivationspotenzial „Kontakt“ wird hierauf ggf. ganz anders reagieren, vielleicht mit einem knappen „gut, danke“.

Eigenverantwortlich für (Eigen-) Motivation sorgen

Wenn Sie also Ihre persönlichen Motive kennen, dann können Sie eigenverantwortlich dafür sorgen, dass Ihnen Situationen und Auslöser begegnen, die dazu führen, dass Sie sich gut und motiviert fühlen. Suchen Sie sich (natürlich immer im Rahmen der Möglichkeiten) Kontexte, Aufgaben, Personen im Umfeld, die Ihnen die Möglichkeit geben, Ihre starken Motivationspotenziale zu leben! Sie werden sich nicht nur besser fühlen, sondern – durch das Mehr an zur Verfügung stehender Handlungsenergie – kraftvoller sein!

Sind Sie Führungskraft? Dann haben Sie gleich zwei Aufgaben: Für die eigenen passenden Rahmenbedingungen zu sorgen und – weil es eine ganz zentrale Führungsaufgabe ist – Ihren Mitarbeitern die Rahmenbedingungen zu ermöglichen, die sie benötigen, um gerne und motiviert (also mit geballter Handlungsenergie) in Ihrem Unternehmen Spitzenleistung zu erbringen.

Doch wie finden Sie heraus, welche Motive bei Ihnen und Ihren Mitarbeitern wie stark ausgeprägt sind? Dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.

2018-01-18T09:57:39+00:00 Do, 18. Jan 2018|Kategorien: Motivation|0 Kommentare

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Jetzt das HRperformance Magazin abonnieren!
Infos zu Datenschutz, Analyse & Widerruf )
Jetzt anmelden